UNSERE TIERE

Unsere Esel: Easy, Poldi, Cindy, Justus, Fridolin und Mitzy

Manche Leute meinen, dass Esel einfach so etwas wie kleine Pferde mit langen Ohren sind. Dabei gibt es viele Unterschiede zwischen den beiden. In Stresssituationen neigen Pferde zur Flucht, Esel bleiben jedoch oft wie angewurzelt stehen. Wenn man sie dann anschreit oder schlägt, verstärkt sich diese Starre noch. Das brachte dem Esel den Ruf ein, stur zu sein.

Der für uns Menschen traurig wirkende Blick hat nichts mit ihrem Gemütszustand zu tun. Esel sind fröhliche Tiere.

Esel sind sehr wasserscheu und weigern sich beharrlich, auch kleinste Wasserläufe zu durchwaten, denn ein Esel kann durch die spiegelnde Wasseroberfläche nicht erkennen, wie tief der Bach ist und das bereitet ihm Stress. Daher baute man ihnen kleine Brücken, die sogenannten „Eselsbrücken“. Die sprichwörtliche Eselsbrücke ist somit ein Umweg oder besonderer Aufwand, der dennoch schneller – oder überhaupt erst – zum Ziel führt.

Wohin uns Easy und ihre Freunde auf unseren gemeinsamen Spaziergängen führen, ist jedes Mal eine Überraschung!

Unsere Schafe: Limpi und der Rest der Herde

Im Mittelalter war das Schaf ein besonders wertvolles Tier. Seine Wolle wurde geschoren, gesponnen und verwebt. Man aß sein Fleisch und verwertete sein Fett, zum Beispiel für Kerzen oder Seifen. Aus seinen Därmen stellte man Saiten für Musikinstrumente her. Aus der Milch der Mutterschafe wurde Käse gewonnen. Viehweiden waren meist brach liegende Felder, die der Dorfgemeinde gehören – also allen gemeinsam. Die Weiden waren nicht eingezäunt wie unsere, und daher musste ein Hirte auf die Herde aufpassen. Er schlief sogar bei seinen Schafen und hatte Hunde, die die Herde gegen den Angriff von Wölfen verteidigten.

In den letzten Jahren sind Wolle, Milch und Lammfleisch bei uns in Österreich wieder beliebt geworden.

Für die Kinder sind die jungen Lämmer immer wieder ein Erlebnis. Und meine Schwiegermutter – Granny Hazel – musste letzten Winter eines der Lämmer mit der Flasche großziehen, sodass wir jetzt ein zahmes Schaf haben. Es hört auf den Namen Limpi und begleitet uns manchmal auf unseren Spaziergängen.

Unsere Kühe: Wilma, Venus, Cheryl & Co

Rinder waren immer schon hoch geschätzte Tiere, die bei der mühseligen Arbeit wie dem Pflügen, Dreschen und Ziehen von schweren Lasten halfen oder kostbare Milch lieferten, aber auch Fleisch, Felle und Häute. Viele Rinder zu besitzen, bedeutete Reichtum und Wohlstand.

Dass das Rind seit seiner Domestizierung vor 7000 Jahren einen wichtigen Stellenwert im Leben der Menschen eingenommen hat, beweist auch sein Auftauchen in der Astrologie als Himmelszeichen (Stier), verschiedenen Religionen (Im Hinduismus etwa gilt die Kuh als heiliges Tier), in Mythen und Sagen.

Rinder sind aktive und neugierige Tiere, die sich am liebsten in größeren Herden bewegen. Einem ranghöherem Leittier wird blindlings gefolgt. Die Tiere können sehr schlecht sehen, dafür aber umso besser hören und riechen.

Bei unseren eigenen Rindern handelt es sich um die Fleischrasse Aberdeen Angus. Diese sind sehr genügsam, fressen ausschließlich Gras und Heu, sind den Großteil des Jahres auf der Weide und liefern eine ausgezeichnete Fleischqualität. So wie in den Vorjahren haben wir auch dieses Jahr wieder einen Stier zugekauft, der unsere Kühe glücklich machen soll. Er ist eine Angus-Charolais-Kreuzung, sehr gutmütig und ruhig, und wir nennen ihn "Denzel".

Das erste Wort unseres jüngsten Sohnes Finn war „Kuhli“, was beweist, wie sehr wir an unseren „Rindviechern“ hängen.

Unsere Ziegen: Frieda und Hill-Bill

Ziegen wurden wahrscheinlich erstmals vor etwa 10000 Jahren in Persien domestiziert. Ihre Anspruchslosigkeit und ihre Fähigkeit, durch ihr Fressverhalten Waldflächen für eine landwirtschaftliche Nutzung zu erschließen, sprachen für die Ziege.

Auch im Mittelalter genoss die Ziege ein hohes Ansehen. Karl der Große soll eine Vorliebe für Ziegenkäse gehabt haben und förderte so die Ziegenzucht. Im 15. Jahrhundert änderte sich jedoch die Einstellung gegenüber der Ziege, die im Wald geweidet wurde und dort große Schäden anrichtete. In Bergwerksdörfern war die Ziegenhaltung jedoch sehr beliebt, weil ihre Milch den Ruf hatte, bei Lungentuberkulose zu helfen.

Mit dem steigenden Wohlstand nach Ende des 2. Weltkrieges nahm die Bedeutung der Ziege rasant ab, ihre Milch gewann aber in den letzten Jahren wieder an Beliebtheit, nicht zuletzt wegen ihrer Heilkraft bei Asthma und Hauterkrankungen.

Unsere eigenen Ziegen versorgen uns das ganze Jahr über mit Milch, und über einen Überschuss freuen sich Schweine und Katzen. Hin und wieder machen wir auch Jogurt oder Frischkäse.

Haben sie die Wahl, so fressen Ziegen selbst am liebsten Kräuter, Blätter, Knospen und junge Zweige!

Im Umgang mit ihnen muss man auf alles gefasst sein. Ziegen sind eigenwillig und neugierig und lassen sich zu nichts zwingen – höchstens überlisten!

Teuflische Wut empfinde ich, wenn Frieda am Ende des Melkens mit dem Hinterhuf in den Melkeimer steigt! Nicht umsonst wird der Teufel in Sagen mit einem Ziegenfuß dargestellt!

Unsere Schweine

Im Frühling kaufen wir meist zwei Ferkel, um sie über den Sommer zu mästen und im Spätherbst zu schlachten, um unsere Gefriertruhe für den Winter zu füllen. Wir halten sie im Freiland und füttern nur biologisches Getreide, das wir selbst anbauen.

Schon vor Tausenden von Jahren wurden an den unterschiedlichsten Orten der Welt die hervorragenden Eigenschaften der Schweine als Nutztiere erkannt. Funde von 9000 v. Chr. im östlichen Mittelmeerraum deuten bereits auf domestizierte Schweine hin.

Hausschweine stammen vom asiatischen und europäischen Wildschwein ab. Bis ins 18. Jahrhundert unterschied sich ihr Aussehen nicht wesentlich von dem ihrer wilden Artgenossen. Sie wurden meist in frei laufenden Herden in der Nähe von Wäldern gehalten und mussten ihr Futter teilweise selbst suchen. Gezielt gezüchtet werden sie erst seit Ende des 18. Jahrhunderts, vor allem in England.

Während früher auch Haut und Borsten ihre Verwendung fanden, steht heute vor allem die Nutzung des Fleisches im Vordergrund.

Erstaunlich ist, dass es zwischen Mensch und Schwein eine 90%ige genetische Übereinstimmung gibt! Jedoch wird kein anderes Tier so widernatürlich und artfremd gehalten wie das Schwein, von dem es allein in unserem kleinen Land etwa 3.181.000 gibt.

Das Schwein ist ein soziales Wesen, neugierig und äußerst intelligent. Zu Unrecht wird es als schmutzig eingestuft: In der freien Natur wählt es seinen Kotplatz weit entfernt von seinem Schlafplatz. Und wälzt es sich im Schlamm, der sogenannten Suhle, dient dies der Körperpflege und Gesundheit.

Das Sprichwort „Schwein gehabt“ stammt aus dem Mittelalter. Damals bekam der Letzte bei einem Wettbewerb als Trostpreis ein Schwein geschenkt. So ging er nicht leer aus und hatte ein bisschen Glück – Schwein eben!


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